03. April 2004, 19:25 Uhr, neverlandHerbstHerbst
Der Herbst kommt über das Land.
Die Stürme werden heftiger und die Luft kühler.
Alles Leben, welches bis dahin durchgehalten hatte,
vergeht.
Es erfriert im ersten Frost der Nacht.
Die Bäume können sich gar nicht genug beeilen,
ihre Blätter abzuschmeißen.
Die Blätter versuchen noch ihre Farbe zu wechseln,
um die Bäume in der goldenen Herbstsonne erstrahlen zu lassen.
Langsam segeln sie zur Erde,
schon von Feuchtigkeit durchtränkt,
braun und unansehnlich.
Der Tod ist schon zu riechen,
wie er durch die Straßen zieht und weiß,
dass er wieder reiche Beute machen wird.
So war es immer.
Und so wird es dieses Jahr auch wieder sein.
Wenn sich der erste Weihnachtsengel am Horizont zeigt,
entsteigt der Tod seiner Gruft.
Wenn draußen die Kinder zu Weihnachtsliedern anstimmen,
steigen in den Häusern die Menschen mit einem Strick um den Hals auf einen Stuhl oder einen Tisch und springen hinab,
bis sich der Strick in das Fleisch ihres Halses schneidet
und sich immer enger zieht.
Und dann singt der Tod sein Lied.
Erst still und leise,
dann immer lauter,
bis der Gesang in ein Stakkato mündet
und in dem Lachen des Todes endet.
Die Stimme erstirbt langsam
und es ist nur noch ein leises Knarren zu hören,
welches von dem langsamen hin und her Schwingen der Füße erzeugt wird.
Als nun der erste Weihnachtsengel hoch am Himmel steht,
ziehen schwarz gekleidete Gestalten durch die Straßen,
gefolgt von Pferdekarren,
die mit hölzernen Särgen beladen sind.
Und der Kutscher ist der Tod
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03. April 2004, 19:24 Uhr, neverlandAutobahn Autobahn
Dunkel und trübe
Ist die Nacht.
Falsch eingestellte Scheinwerfer entgegen kommender LKW
blenden mich.
Die Flamme meines Feuerzeugs blitzt auf
und dann taucht
die Glut meiner Zigarette das Fahrerhaus
in einen rötlichen Schein...
Unter den Rädern meines LKW knirschen Glassplitter
zerborstener Scheinwerfer
in allen Farben,
während das blaue Zucken der Lichter
von Polizei und Feuerwehr
die Nacht erhellen.
Zerstörte Unfallwagen
stehen am Straßenrand und auf der Wiese.
Als ich an ihnen vorbei bin,
beschleunige ich meinen LKW
und setze meine
Reise fort.
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03. April 2004, 19:23 Uhr, neverlandGlück gehabt? Glück gehabt?
Eine neue Nacht ist hereingebrochen. Eine neue Nacht und in der Suche nach dem Glück. Wird es sich in dieser Nacht erfüllen?
So lange suchst Du schon nach diesem Glück. An manchen Tagen kannst Du es beschreiben; als wäre es ein Gefühl, welches Dir auf der Zunge liegt… förmlich über Deine kleine Zungenspitze kribbelt. An anderen Tagen kannst Du es nicht beschreiben. Du weißt, dass es sich vor Dir verbirgt, tief in Dir drinnen, und doch so nah, kannst es nicht fassen. Du suchst es schon so lange, Jahre.
In manchen Momenten glaubst Du es greifen zu können, hast es gegriffen. Doch eh Du es genießen kannst, es voll begreifen, da rinnt es Dir wie feiner Sand durch die Finger. Du hörst förmlich, wie es durch Deine Finger rieselt. Kiesel für Kiesel. Und umso mehr und fester Du zugreifst um es zu halten, umso schneller verlierst Du es wieder.
In manchen Augenblicken spürst Du es wieder, hast es als Geschmack im Mund. Du atmest den Duft des Abends oder der Nacht tief in Dich ein und erinnerst Dich daran, wie das Glück schmeckt. Ein Moment, wo Du glaubst, es ist ein Augenblick den Du schon einmal erlebt hast. Und Du schmeckst das Glück. Der Geschmack des Glückes, den man im Grunde gar nicht schmecken kann und doch ist es wunderschön.
Wenn Du Dich erinnerst, dann waren es die kurzen Momente, die Dir im Gedächtnis blieben. Ein Lied, der Duft eines Körpers, eine Berührung die Dir Gänsehaut bereitet und Dich innerhalb einer Sekunde überfällt. Sie sind nicht greifbar, nicht real und doch ist die Erinnerung auf einmal so stark, als wäre es vor wenigen Augenblicken gewesen.
Der Alltag lässt es uns vergessen. Manchmal Tage, Monate, Jahre…. Und dann ist es wieder da, auf einen Schlag. Du spürst wieder die kalten Füße die Du hattest, als Du Deine erste große Liebe an einem Wintertag mit Deinen glatten Schuhen abends nach Hause brachtest und ihr viel lachtet und versuchtet auf dem zu Eis gewordenem Gehweg nicht hin zu fallen. Oder die erste Ausfahrt mit Deinem Wagen, nachdem Du erst kurz vorher den Führerschein machtest. Es war ein uraltes Auto, mit viel Rost, und doch warst Du der König der Welt und Dir konnte niemand etwas anhaben.
So viele Jahre ist es her. Und nun? Nun jagst Du diesem einmaligen Gefühl hinterher, in der Angst, dass es verblasst… wie ein Schatten, der langsam mit der untergehenden Sonne seine Konturen verliert, undeutlich wird, bis er nur noch zu erahnen ist, dann verschwindet und eine Leere in Dir hinterlässt.
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